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Nach Corona gibt es viel aufzuarbeiten

Solidarisch Zum ersten Mal seit 1947 gab es am Tag der Arbeit keine Kundgebungen und keine Mai-Feiern. Als Betriebsseelsorger ist mein Platz an diesem Tag bei einer der Kundgebungen.

Durch Corona ist das in diesem Jahr anders. Der Slogan der Gewerkschaften: „Solidarisch ist man nicht alleine!“ In einem digitalen Livestream waren Ansprachen, Interviews und Solidaritätsbotschaften zu verfolgen. Auch die Kirchen gehen unter den veränderten Bedingungen neue Wege. Es gibt Online-Gottesdienste, virtuelle Gemeindetreffs usw. Ich beispielsweise telefoniere viel mehr als früher und versuche so, mit Betriebs- und Personalräten in Verbindung zu bleiben. Diese sind in den Betrieben meist die ersten Ansprechpartner, wenn Arbeitnehmer sich Sorgen über ihre Zukunft machen. Beileibe nicht alle können im Homeoffice arbeiten und „dürfen“ ihre Kinder betreuen und bei deren Hausaufgaben helfen. Viele, die im Gesundheitswesen, in Alten- und Pflegeheimen, bei der Müllabfuhr oder bei Speditionen allzu oft unter schlechten Bedingungen und zu niedrigen Gehältern tätig sind, werden plötzlich zu „Helden des Alltags“. Nach Corona gibt es sehr viel aufzuarbeiten, neu zu bewerten und vielleicht auch anders zu machen. Gewerkschaften und Kirchen bleiben dran an den Sorgen und Nöten der Menschen, bringen sie jeder auf seine Weise ins Gespräch, tragen sie solidarisch mit und setzen sich für gute Bedingungen ein. Livestreams zum Tag der Arbeit können, genauso wie die Online-Gottesdienste vor leeren Kirchenbänken, nur digitale Notbehelfe sein. Setzen wir uns für eine solidarische Gesellschaft, für Demokratie und Wohlfahrt aller ein!

 

Hans-Georg Orthlauf-Blooß Betriebsseelsorger Katholische Kirche in Rheinhessen) für die christlichen Kirchen in Alzey-Wöllstein und Umgebung

Samstag. 2.5.20


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