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Sonntag im Licht des Auferstandenen

Der Weiße Sonntag fällt in diesem Jahr aus, hört man. Es findet in der katholischen Kirche keine Erstkommunion statt.

 Der Weiße Sonntag findet natürlich statt, Dominica in albis, so heißt er in der evangelischen wie in der katholischen Kirche seit den ersten Jahrhunderten. Weiß waren die Festkleider der in der Osternacht neu getauften Erwachsenen. Eine ganze Woche haben sie Ostern gefeiert und sich über ihre Taufe gefreut. Dann kamen sie nochmals in den festlichen Taufkleidern zum Gottesdienst. Neu eingekleidet. Die neue Kleidung ist für uns oft Ausdruck für unser Lebensgefühl: Business-Kleidung, Dress-Code, Schlabberlook. Der Apostel Paulus sagte einmal, Christen hätten Christus angezogen. Das Denken und die Anschauungen Jesu wurden dem Christen sozusagen zur zweiten Haut. Sie haben als österliche Menschen die Welt und Menschen und sich mit neuen, erlösten Augen angeschaut. Ostern feiert Gottes Liebe und Treue, die mit uns bis in die tiefsten Dunkelheiten geht und uns ins Leben und ans Licht führt. So sollten die Getauften Licht werden in der Welt. Mit den anderen durch dick und dünn gehen. Leben teilen, Lasten teilen und Hoffnung teilen. Der Weiße Sonntag ist der Sonntag im Licht des Auferstandenen, der Tag, der nicht untergeht und nicht vergeht. Überall, wo Menschen dem Leben und den Mitmenschen trauend den Alltag teilen, da wird Auferstehung und Lebendigwerden erfahrbar. Ich wünsche uns allen, dass der Weiße Sonntag in unserem Leben nicht ausfällt.

Wolfgang Bretz (katholische Pfarrgemeinde Alzey) für die christlichen Kirchen in Alzey-Wöllstein und Umgebung


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