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Erste Begegnung im Turmeingang ist die Grablegungsgruppe, entstanden um 1430. Eine der frühesten monumentalen Darstellungen. Ursprünglich im Langhaus aufgestellt, ist nur das „Kernstück“ erhalten. Dargestellt sind in der Mitte (v.l.n.r.) Maria Magdalena, Maria Salome, Maria (Mutter Jesu), Johannes, Maria (Mutter des Jakobus). Das Bahrtuch halten Joseph von Arimathäa und Nikodemus. Eine zugehörige Christusfigur ist ebenfalls verloren gegangen.
Besonderer Blickfang ist die Orgel von Rudolf von Beckerath (1976/III/41), seit 1997 in der Nikolaikirche. Letztes von Beckerath geplantes Instrument. Prospektgestaltung 1976 für den ursprünglichen Aufstellungsort Knechtsteden durch Sepp Hürten. Das Gehäuse wird von neun Engelsfiguren bekrönt. Der Zimbelstern wurde aus dem Vorgängerinstrument übernommen.
Kernstück des Kirchenraums sind die Prinzipalien des Künstlers Ulrich Hochmann, 2020. Er schreibt dazu:
a) Der Altar ist sowohl Altar als auch Kreuzsymbol. Ein spalt rauer Rohblock mit gesägter Standfläche und Oberseite wird ringsherum gespitzt und gestockt, grob und archaisch. Der Block wird horizontal aufgeschnitten, das Innere wird herausgearbeitet, der Stein wieder zusammengesetzt und mittig senkrecht eingeschnitten. Durch das Aushöhlen er scheint das entstandene Kreuz als Licht, der Stein verliert seine Masse, wird durchscheinend und zerbrechlich. Von dem wuchtigen Klotz bleibt zum Schluss nur eine Art Haut.
b) Die Kanzel: Eisenstäbe werden auf einer Eisenplatte angebracht und im unteren Bereich mit Metallbändern verbunden. Der entstehende Korb wird mit dem Steinschutt, der bei der Bearbeitung des Altars weggearbeitet wurde, aufgefüllt und mit einer Nagelfluhplatte als Boden abgedeckt. Die Platte ist ein Abschnitt der Kugel (s. Christussymbol). In die aufragenden Eisenstangen werden Weidenzweige als Geländer eingeflochten. Der Abschluss oben und die Buchablage werden aus Holz gearbeitet. Jede Stein- oder Holzwand käme dem Betrachter als zu massive Barriere zwischen Pfarrer und Gemeinde vor. Stattdessen wird hier Transparenz und Verbundenheit ermöglicht. Das leichte und organische Material des Weidengeflechts steht dabei in Kontrast zum unvergänglichen Stein.
c) Der Ambo orientiert sich optisch an der Kanzel.
d) Das Christussymbol: Die vollkommenste Form ist die Kugel. Daher erscheint sie am besten geeignet, um das Allerheiligste darzustellen. Sie darf aber nicht zu perfekt geraten, wie auch die Schöpfung wohl auch noch nicht vollendet ist. Die Kugel ist etwas flach gedrückt, oben ausgehöhlt, erleichtert, zerbrechlich. Durch den erhöhten Standort scheint sie fast zu schweben. Das Material Nagelfluh findet gerade hier seine Bestimmung, schließlich ist Nagelfluh ein Konglomerat, eine Mischung unterschiedlichster Gesteine, verbacken und wieder aufgestiegen zu einem stabilen farbigen Ganzen. Die Vielfältigkeit, auch als Spiegel einer sich verändernden Gesellschaft. Ein Lichtstrahl von hoch oben ins Innere der Kugel verbindet die überirdische mit der irdischen Welt, das Immaterielle mit dem Materiellen. Der Lichtstrahl könnte somit auch für Wärme und Liebe stehen.
Passend zu den Prinzipalstücken stehen der Sockel für die Osterkerze und die Halterung für die Schnittblumen.
Die Sakristei ist der einzige Raum der Kirche, der noch im ursprünglichen Zustand erhalten ist. Das Becken in der Wand („Piscina“) wurde u.a. zur Reinigung des sakralen Geräts benutzt. Der barocke Christustorso wurde beim Abbruch eines Hauses in der Antoniterstraße in einer Mauer gefunden. Er ist eine Leihgabe des Altertumsvereins und kam 1934 an seinen jetzigen Platz.
Ausführlichere Informationen zur Geschichte und Ausstattung der Kirche können Sie der Festschrift zur Wiederindienststellung 2020 „Die Alzeyer Nikolaikirche“ entnehmen, die Sie zum Preis von € 10,- über das Gemeindebüro erhalten.
Ev. KG Alzey
Ev. KG AlzeyDer kleine Kirchenführer liegt im Trumeingang der Nikolaikirche aus und ist auch in der Tourist-Info im Museum der Stadt Alzey kostenfrei erhältlich.
Der Altar und die Steinkugel im Chorraum beziehen sich aufeinander. Gemeinsam bilden sie ein Kunstwerk mit Bedeutung.
Die durchbohrte Kugel symbolisiert Christus. Viele denken bei dem Anblick zunächst an eine Welt kugel. Das ist im Sinne des Kunstwerks. Denn Gottes Sohn ist in diese Welt gekommen, wurde irdisch, menschlich und sterblich (vgl. Phil 2,6-11). Die Löcher in der Kugel erinnern an die Wunden Jesu am Kreuz. Ein Lichtstrahl trifft von oben auf den Stein und leuchtet in eine der Aushöhlungen. Stein und Licht vereinen sich, so wie mit Christus das göttliche Licht auf die Erde gekommen ist (vgl. Joh 1). Gott und Mensch sind in ihm vereint. Der Lichtstrahl aus der Höhe ist bei Tag fast un merklich, aber bei genauem Hinsehen doch sichtbar. Gottes Licht ist nicht immer und für alle offensichtlich (Joh 1,10). Das Geheimnis will entdeckt werden.
Der Altar ist von hinten ausgehöhlt. Vorne ist das Kreuz eingeschnitten. Damit wird das Zeichen für den Tod Jesu zum Lichtsymbol und der Altar zur Osterbotschaft: Das Grab ist leer, Christus ist auferstanden, Gottes Licht lebt.
Als Kunstwerke sind Altar und Kugel urheberrechtlich geschützt (© Ulrich Hochmann, Puchheim 2020). Dem Kirchenvorstand ist es wichtig, dass ihre Bedeutung nicht durch andere Elemente verstellt wird. Der Altar ist mehr als nur eine Ablage, die Kugel ist nicht bloß Dekoration. Beide zusammen sind Symbole für den Sohn Gottes, der für uns auf die Welt kam, gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Die Kunstwerke sind für viele Besucher und Besucherinnen der Kirche sicher eine Herausforderung. Doch wenn sie in ihrer ganzen Klarheit wirken dürfen, kann sich ihre Bedeutung bei der Betrachtung entfalten.
Darum soll auf dem Altar nur die Bibel abgelegt werden, sowie im Bedarfsfall die Gefäße für Abendmahl und Taufe. Wort und Sakrament geben Zeugnis von Christus. Sie machen eine Gemein schaft zur Kirche.
Das Licht der separat aufgestellten Osterkerze symbolisiert das geistliche Licht, das Gott durch Christus in unsere Herzen gibt (2 Kor 4,6). Diese Kerze wird auch in der Taufliturgie genutzt. Ein Licht genügt als Symbol. Denn die Gemeinde ist ein Leib in einem Geist mit einem Herrn, einem Glauben, einer Taufe und einem Gott (Eph 4,3-6). Der Altar soll daher nicht dauerhaft mit weiteren Kerzen geschmückt werden. Lediglich wenn Kerzen für eine symbolische Handlung im Gottesdienst gebraucht werden (z.B. bei Taufe, Konfirmation, Totengedenken), können sie zeitweilig auf dem Altar platziert werden.
Der Altar soll nicht mit Textilien überdeckt werden. Für die Geräte zum Abendmahl genügen graue Filzuntersetzer oder kleinformatige, farblich schlichte Platzdecken. Sie werden mit den Abendmahlsgefäßen wieder abgeräumt.
Blumen symbolisieren die Schönheit der Schöpfung und ihre Vergänglichkeit (Mt 6,28ff). Blumen verwelken, nur Gottes Wort bleibt ewiglich (Jes 40,8). Für den passenden Blumenschmuck ist ein eigener Ständer vorgesehen. Der Altar bleibt frei von Blumen, es sei denn, sie werden für Symbolhandlungen in der Verkündigung genutzt. Um den Altar steht ausreichend Platz für die Dekoration bei Kasualien (Taufe, Konfirmation, Trauung) zur Verfügung. Lediglich die Taufschale kann auf Wunsch von einem Blüten- oder Grünkranz umgeben werden, wenn dies mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin abgesprochen wurde, die für den betreffenden Gottesdienst zuständig sind.
Die Aufgabe:
Als ich den 20 Tonnen Rohblock für das Christussymbol im Steinbruch Brannenburg am Inn sah wurde mir die bevorstehende Aufgabe erst so richtig bewusst: „Die nächste Wochen werden davon beherrscht werden im Steinbruch an diesem Stein zu arbeiten“.
Der Block wurde extra für uns rausgesprengt, weil Steine diese Größe nur sehr selten benötigt werden und schlecht händelbar sind. Ich ließ mir den Stein 8 -Eckig vorsägen.
Von der Oberseite ließ ich eine Platte abschneiden, die jetzt die Platte der Kanzel ist.
Ich bezog meinen vom Steinbruchbesitzer bereitgestellten Arbeitsplatz. Das Material war hart aber schön farbig und verlangte eine gewisse Hartnäckigkeit. Nach vielen Wochen war die Kugel fertig.
Für die Durchbrüche lies ich spezielle Meißel anfertigen, um in die Tiefe zu kommen.
Abschließend schliff ich den Grund des größten Durchbruchs und vergoldete ihn mit Weißgold um eine Reflextionsfläche für das von oben einfallende Licht zu erhalten.
Für den Altar wurden bei einem spaltrauen Rohblock nur die Unterseite und die Oberseite gesägt.
Um dem Stein seine natürliche belebte Oberfläche zu erhalten habe ich diese spaltrauen Flächen von Hand bearbeitet. Anschließend machte ich mich daran, den Altar auszuhöhlen, um ihm bei aller Schwere des Steins eine gewisse Leichtigkeit zu geben. Die Funktion der Beweglichkeit wurde durch das aushöhlen auch gewährleistet. Das Material, das ich dabei zu Tage förderte, habe ich gesammelt, um es später für das Fundament der Kanzel zu verwenden
Nach dem aushöhlen wurden die Schwerlastrollen, die den Altar mobil machen, montiert.
Aufregend zum Schluss war, das Kreuz von einer Seilsäge sägen zu lassen. Um zu erreichen, das das Kreuz als Licht erscheint und der Stein seine Leichtigkeit erhält müsste ich ihn an manchen Stellen sehr dünn arbeiten. Nagelfluh ein Konglomerat, ist aufgrund der vielen verschiedenen Steinmaterialen nicht immer berechenbar. Was, wenn er an einer dünnen Stelle bräche? Was wenn Doch zum Glück ging alles gut und das Licht kann nun durch den schmalen kreuzförmigen Spalt von hinten hindurchscheinen.
Die Kanzelplatte und der Block für den Ambo wurden in meine Werkstatt gebracht und bearbeitet.
Die Metall,- Schreiner und Korbflechterarbeiten werden unter meiner Mithilfe von Fachfirmen erledigt.
Ulrich Hochmann, April 2020
Ein Text von Herbert Cybulska, Lichtgestalter und Beleuchtungsmeiste, zur Innenbeleuchtung der Nikolaikirche
Der Grundgedanke der Lichtgestaltung
Mit dem Zitat „Licht ist Dein Kleid“ (Psalm 104 1.2) haben wir 2017 das Lichtkonzept für die Nikolaikirche überschrieben. Gotische Kirchen sind Orte des Lichts. Sie wurden im Mittelalter als in Architektur umgesetzte Liturgie verstanden.
Der Architekturhistoriker Johann Josef Böker schreibt zum gotischen Kirchenbau „Es ist das Gotteslicht, das durch die Fenster dringen kann, ohne dabei die Substanz zu verändern. Und es entsteht neben dieser weltlichen Außenseite des Gebäudes im Inneren der Gebäude ein großes theologisches Gefüge von Architektur, die als Vermittlung dienen soll zur Gotteserkenntnis, zur Erfahrung eines göttlichen, eines nicht irdischen Lichtes, einer anderen Wirklichkeit.“
Während gotische Kirchen in der Regel reichlich ausgestattet sind - manche überreichlich - haben die Stürme der Geschichte die Nikolaikirche fast leergefegt. Als „Schmuck“ als Reste eine alten Ausstattung fanden wir eine Beweinungsgruppe und einen Torso vor. Diese Leere hat das Architektenteam Macholz-Kummer als Chance begriffen. Sie haben sie zugespitzt, eine klaren Raum geschaffen, der mit weissen und vorsichtigen Grautönen den Raum gliedert, ihn nicht dekoriert. Die Idee des Lichtraums kann sich in diesem Konzept neu entfalten, weil nicht durch Gegenstände besetzt ist.
Das künstliche Licht dient nicht nur dem Lesekomfort, es kann und soll mehr. Es soll den Raum unterschiedlich lebendig werden lassen, ganz im Sinn der Liturgie und kann so dem gotischen Grundgedanken, das Licht im Kirchenraum symbolisch erleben zu lassen, ins 21. Jahrhundert helfen - mit den Mittel, die wir heute haben.
Die Lichtelemente
Das Lichtkonzept setzt auf die reine Wirkung des Licht, nicht auf die Gestaltung von Leuchten. Ein allgemeines Raumlicht erzeugen Deckenleuchten. Speziell für die verwendeten LED gefertigte Linsen leiten das Licht so in den Raum, dass die Flächen beleuchtet werden ohne die Säulen zu streifen; das würde ablenken.
Hingelenkt wird die Aufmerksamkeit zum Fachwerk der Fenster, die den Raum prägen, die den Besuchern Geschichte erleben lassen. Der Blich wird ebenfalls zum Gewölbe über dem alten Hochchor gelenkt, das in unterschiedlichem Weiss ausgeleuchtet werden kann . Die Leuchten wurden so entworfen und ausgerichtet, das sie als Gegenstand nicht auffallen - wohl aber durch ihre Wirkung.
Die neue Ausstattung wird mit speziellen Scheinwerfern in Szene gesetzt, ebenso wir die Bögen, die den Raum in Haupt- und Seitenschiff teilen. Sie werden so beleuchtet, dass sie als Teil der Lichtarchitektur wirken und nicht in ihrer steinernen Materialität.
Wichtig für den Raumeindruck ist die Ausleuchtung der Rückwand, die in warmem Weiss fast unmerklich durch Licht belebt, aber auch mit Farbe in Szene gesetzt werden kann. Das Zentrale Fenster kann in warmen oder kaltem Weiss sich anpassen oder auch einen Kontrast bilden.
Allein das warmweisse oder kaltweisse Licht, mit dem die Fenster illuminiert werden können und das vom Fachwerk dezent in den Raum hinein reflektiert wird lässt die Kirche sehr unterschiedlich erleben. Dem Kirchenjahr entsprechend lässt sich der Raum in seiner Grundstimmung ändern, ohne dass die künstliche Beleuchtung „vorlaut“ wirkt.
Ergänzt durchs farbige Licht lassen sich Stimmungen zuspitzen. Über den Alltag hinaus sind für besondere Anlässe ausdrucksstarke LIchträume möglich.
Die Leuchtentechnik
Die eingesetzte Lichttechnik wurde zum großem Teil für den Raum in einer Manufaktur bei Gelnhausen handwerklich hergestellt, fast wie ein Maßanzug nach den Vorgabe der Lichtplaner. Die Leuchten konnte optisch und von der LED-Technik her für den Raum optimiert werden. Die Farbwiedergabe der eingesetzten LED-Engines ist sehr hoch, was die Materialien im Raum sehr lebendig erscheinen lässt. Der Hersteller Digitalicht AG verzichtet auf Kataloge und aufwendigen Vertrieb, so dass die Leuchten preiswert hergestellt werden können. Falls nötig, ist alles zu reparieren.
Durch die hohe Güte des Lichts in der Wiedergabe von Farben bei hoher Effizienz der Leuchten, wurde die Maßnahme förderfähig. Sie konnte im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert werden.
Der leere Raum - eine Chance
Der leere Raum - vom Theatermacher Peter Brook in den 1970iger Jahren in einem berühmten Essay beschrieben - ermöglicht im Kopf des Zuschauers eigene Bilder. Die inneren Bilder sind einprägsamer als die Eindrücke oder Illusionen per Dekoration.
Auch die Kargheit der Nikolaikirche wird zur Fülle, weil die sorgfältige Neugestaltung der Innenraumes die Möglichkeit dafür schafft, den Raum neu zu füllen. Das Licht ist dazu ein Hilfsmittel. Die Gemeinde, die den Mut zu diesem Bauvorhaben hatte, ist gleichsam der der Zuschauer, von dem Peter Brook spricht, der Raum der Hauptdarsteller.
Die gotische Baukunst trifft einem leeren Raum auf die lichttechnischen Möglichkeit des 21. Jahrhunderts. Baukunst, Darstellende Kunst und Künstlerisch inspirierte Lichtgestaltung treffen in Alzey aufeinander
Die Gemeinde betritt Neuland. Den Weg werde ich mit neugierigen Augen verfolgen.
Herbert Cybulska, Lichtgestalter, Beleuchtungsmeister
www.herbertcybulska.com
Zitate und Quellen:
Johann Josef Böker „Architektur der Gotik. Rheinlande“
Müry Salzmann Verlags GmbH, Austria
o.a. Religionen / Archiv |Deutschlandfunk Kultur Beitrag vom 30.11.2014
Peter Brook „Der Leere Raum“ , Alexander Verlag Berlin
o.a. blog.der-leere-raum.de/philosophie/
Gefördert durch die Nationale Klimaschutz Initiative (NKI) und durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Im Rahmen der Innenrenovierung der Nikolaikirche 2018-2020 wurde die Umrüstung auf energiesparende LED-Leuchtmittel in der Kirche gefördert.
Auszug aus der Festschrift:
Da das Licht für die Gotik eine zentrale Rolle spielte, wurde in einem nächsten Schritt ein Wettbewerb unter sechs Lichtplanern ausgelobt, um ein zu dem klaren, hellen Raum passendes Lichtkonzept zu entwickeln. Das Büro Cybulska + Partners aus Frankfurt ging daraus als Sieger hervor, weil es ein Konzept vorstellte, das den Entwurf unterstützt und noch unterstreicht, das die gleichmäßige Ausleuchtung des Kirchenraumes erreicht, ohne dabei die Leuchten selbst in den Vordergrund treten zu lassen.
Wichtige Elemente des Konzeptes sind:
- Die neuen Lichtquellen sind weitgehend unsichtbar in die Architektur integriert.
- Die Lichtfarben nehmen die Architektur auf und sind Varianten in Weiß.
- Zentrale Architekturelemente des Raumes, wie Fenster und Säulen, werden durch Licht nachgezeichnet.
Auszug aus der Entwurfsbeschreibung von Herbert Cybulska:
„Licht ist Dein Kleid (Psalm 104 1.2). Der gotische Kirchenraum ist ein Ort des himmlischen Lichts. Vom ursprünglichen Schmuck und der Ausstattung des Innenraumes ist nach den politischen Wirren der letzten Jahrhunderte nicht viel erhalten.
Der neue Entwurf steigert die Leere und entwirft einen an der Vertikalität des himmlischen Raumes orientierten kargen, weiten und ganz in weiß gehaltenen Innenraum, der sich nicht an Dekoratives klammern muss, um ein Gotteshaus zu sein. Es gibt keinen Schmuck, keine Bilder, keine Figuren.
Es entsteht ein moderner, zeitgemäßer und offener Kirchenraum, in dem der himmlische Geist ungehindert ist. Das Lichtkonzept folgt und unterstützt diese Vorgaben. Bewusst wird auf dekorative Pendelleuchten verzichtet. Das reine Licht soll den Raum definieren, nicht die Leuchten. Zentrale architektonische Elemente werden durch Licht nachgezeichnet und herausgebildet. Das Lichtkonzept ist pures Licht. Licht ist das Kleid des Raumes.“
Rekonstruktionsversuch des Obermarkts im 18. Jahrhundert von Stadtbaurat Karl Krauß 1906